abgeschlossene Projekte

– The Wire. Analysen zur Kulturdiagnostik populärer Medien (2014)
Das Projekt fragt nach dem diagnostischen Potential der (zeitgenössischen) Populärkultur allgemein und nach den spezifischen Kompetenzen einer Fernsehserie wie The Wire (USA 2002-2008) im Besonderen. Seit einigen Jahren hat sich eine neue Perspektive auf die Objekte und Praxen zeitgenössischer Kultur durchgesetzt, die von ihrem distinktiven Charakter als Akteur innerhalb des kulturellen Feldes ausgeht. Dazu ist es erforderlich, den Produkten der Massen- und Populärkultur eine epistemische Kompetenz zuzubilligen. Zugleich braucht es einen Begriff von Populärkultur, der diese nicht länger in eine strikte Opposition zur ‚Hochkultur‘ stellt und homogenisiert, sondern der differenziert die unterschiedlichen reflexiven und performativen Potentiale massenhaft ‚erfolgreicher‘ Medienprodukte erfaßt. Die Serie The Wirelässt sich dafür exemplarisch an der Schnittstelle zwischen sogenanntem Mainstream und Nobilitierungssegment verorten. Insofern könnte The Wire ein hervorragendes Beispiel dafür darstellen, wie innerhalb des populärkulturellen Mainstreams komplexe und analytische Narrative entfaltet werden. Anhand von The Wire ermittelt das Projekt, inwieweit insbesondere Populärkultur über eine Kompetenz zur Analyse komplexer zeitgenössischer gesellschaftlicher und kultureller Zusammenhänge verfügt und welche Verfahren ihr dabei zur Verfügung stehen.
http://www.springer.com/de/book/9783658012397

– Comics. Bilder, Stories und Sequenzen in religiösen Deutungskulturen(2015)
Der Sammelband wendet sich dem Medium Comic zu, um dessen signifikante Bezüge zu religiösen Strukturen und Motiven erkennbar zu machen. Untersucht wird, wie Weltreligionen einerseits zum Thema gemacht werden, andererseits aber auch sich selbst inszenieren und strategisch platzieren können. Comics sind fester Bestandteil spätmoderner Text- und Zeichenwelten. Sie haben der Gegenwartskultur nicht nur Storys und Sagenkränze beschert, sondern auch Mythen, Ikonen und Helden. Der Comic als Medium hat Rezeptionsgewohnheiten verändert und Reflexionsstrategien neu gestaltet. Populäre Erzählmuster sind von der Trivialität und Banalität der Strips und Cartoons ebenso beeinflusst worden wie die intellektuellen Diskurse von den metatextuellen Realitätskonstruktionen der GraphicNovel. Als Kulturpraxis eines „(re)constructingmeaning“ ist Comiclektüre ein Sujet für idealistische Subjektivitätstheorien, sozialkonstruktivistische Modelle und literaturkritisch-semiotische Konzepte. Im Rahmen der Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaften lässt sich der Comicals ein Medium der kulturellen Selbstvergegenwärtigung und Selbstbesinnung lesen.
http://www.springer.com/de/book/9783658014278

– Angst
DFG-Netzwerk „Spielformen der Angst“ (Leitung: Dr. Lars Koch, Siegen), 2009-2011; Angst. Ein interdisziplinäres Handbuch (Hg.v.Lars Koch; Metzler: Stuttgart 2013)
Im Zeitalter der „global flows“ hat Angst Hochkonjunktur. Angesichts von Terror, Klimakatastrophe, Finanzkrise, dem Verlust von sozialen und normativen Gewissheiten etc. sieht sich die Gegenwartskultur der doppelten Spannung ausgesetzt, Teil der kommunikativen Prozessierung von Angst als einem Grundgefühl der Gegenwart zu sein und zugleich die gesellschaftlichen Beobachtungsprozeduren im Umgang mit manifesten und imaginären Schreckenshorizonten zu beobachten und zu reflektieren. Das als Diskussions- und Publikationszusammenhang angelegte DFG-Netzwerk „Spielformen der Angst“ hatte es sich vor diesem Hintergrund zur Aufgabe gemacht, Angst als kulturelles Magma der Gegenwart zu fassen und danach zu fragen, auf Grundlage welcher kulturellen, diskursiven und medialen Codierungen dieses starke, individuelle und kollektive Sphären vernetzende Gefühl in der Moderne Wirkungen als Impulsgeber für wissenschaftliche, soziokulturelle und künstlerische Diskurse und Praktiken entfaltet.
http://www.spielformen-der-angst.de/
http://www.amazon.de/Angst-interdisziplin%C3%A4res-Handbuch-Lars-Koch/dp/3476024156

– Wie aus Wildnis Gesellschaft wird. Kulturelle Selbstverständigung und populäre Kultur am Beispiel von John Fords Film The Man Who Shot Liberty Valance (2012)
Die Studie untersucht John Fords Western The Man Who Shot Liberty Valance (USA 1962) als exemplarischen Gegenstand der Kultursoziologie. Dabei handelt es sich um einen der Klassiker des Western-Genres, das bis Anfang der 1970er Jahre als das einflußreichste Genre Hollywoods gelten konnte. Kaum ein anderer Film verhandelt so explizit die Gründung der Gesellschaft aus dem Geist der Gewalt und aus dem Raum einer unkultivierten Wildnis heraus. Geradezu lehrstückhaft wird das Procedere der Gesellschaftsgründung an der amerikanischenFrontier des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschrieben – von der Überwindung des individuell Bösen bis hin zur Implementierung der Zivilisation als Staat der Union. In der Regel verfügen soziale Gemeinschaften über mythologisierende Ursprungsnarrative, die kulturelle, soziale und ethische Identifikation ermöglichen und eine Voraussetzung gelingender Vergemeinschaftung darstellen. In der Gegenwart der Spätmoderne wird diese Funktion insbesondere vom Massenmedium Film übernommen. Am Beispiel von Fords Filmwird die mythologisch-narrative Qualität speziell des Westerns nachvollzogen.
http://www.springer.com/de/book/9783531167749